aus der Praxis über die Fahrradfelge

Schauen und Staunen. *** Dekorativer Blickfang. *** Trostspender.

Ich bin restlos begeistert. Eine, von der Decke hängende, Fahrradfelge ist großartig. Hangingart, die sich in meiner Praxis bewehrt hat.

Deckengestaltung. Fahrradfelge

Sie schenkt dem Raum einen Punkt, an dem sich der Betrachter mit den Augen festhalten kann. Wo die Möglichkeit ist, sich in der Beobachtung zu verlieren. Die Gedanken auf die Reise zu schicken.

Außerdem genügte ein kleiner Stups und Kinder standen fasziniert darunter und legten den Kopf in den Nacken, betrachteten das Schwingen. 

Kugel an Fahrradfelge

In den durchsichtigen Plastikkugeln befanden sich verschiedene Materialien. Ansprechend für das Auge … mir gefielen besonders die Federn. Tongebend für die Ohren … besonders die kleinen Glöckchen gefielen. 

Nutzungsvielfalt

„Kleine Kugel du musst wackeln, von der einen Wand zur anderen, oh wie schön, oh wie schön, jeder darf die Kugel sehen..“ nach der Melodie von „Taler, Taler, du musst wandern“ sang ich oft mit einem Kind auf dem Arm, um es zu trösten und auch abzulenken. Es entstand ein sicherheitgebendes Ritual am Morgen. 

Auch Späße ließen sich gut mit der Hangingart machen, wenn die jüngeren Kinder vom Arm die Felge anfassen wollten und ich mich wegdrehte.

Plastikkugeln an Fahrradfelge

Später veränderten Strohhalme mit Perlen das Gesamtbild. Die länglichen Halme bewegten sich anders und Berührungen unter den Objekten erzeugten immer wieder andere Töne. Auch das sehr faszinierend. 

Gestaltungsvielfalt 

wolkenhangingart
Wolken-Fahrradfelgen-Hangingart vorgestellt bei xmalanderssein.de

Nach vier Monaten mit den Kugeln wurde gewechselt. Aus Puscheldraht als Himmel und Sonnenkreis, Papierwolken, die von den Kindern mit Wattebauschen beklebt wurden, und Krepppapier-Sonnenstrahlen entstand die neue Gestaltung. 

Später wurde durch farbige Bänder ein Regenbogen ergänzt. 

Eine Einladung um mit den mittlerweile 2-Jährigen über das Wetter und die Wolken zu sprechen, „liebe Sonne“ zu singen oder Wind zu pusten.

Im Musikbereich könnten Instrumente daran angebracht werden; im Essensbereich Geschirr, Besteck & Co.; mit Spiegeln ließen sich Reflexionen zaubern… so viele Möglichkeiten…. 

Ich wiederhole mich: Fahrradfelgen sind klasse! 

Was darf in deiner Praxis nicht fehlen? 

Anne 

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Treffen im Sinne des Dialog Reggio 

Am 3.7. 2017 traf sich eine Gruppe von Reggio-Pädagogik-Interessierten zum Austausch über Dokumentation sowie für einen Blick hinter die Kulissen des Kinderladens „Göhren“ im Berliner Prenzlauer Berg.

Im Vorfeld ließ ich meine Gedanken schweifen… 

ein Bild als Erinnerungsstütze

An einem Sonntag im Juni ließ ein 2-Jähriger Junge vom Balkon die Brille seiner Schwester fallen. Trotz des Sturzes aus dem 8 Stock passierte nichts weiter.

Die Brille landete auf einem Strauch und hing ohne Kratzer über einer Blüte.

Das Mädchen freute sich sehr, da sie ohne ihre Brille schlecht sieht. Sie wollte sich bedanken bei der Pflanze und Konfetti regnen lassen.

Sie hielt das Geschehen und auch den Gedanken der Dankbarkeit fest.

Das Mädchen dokumentierte. Das Bild diente als Erinnerungsstütze und beugte dem Vergessen vor. Und sie verarbeitete damit das Geschehen und auch ihre Gefühle. Sie nutzte es als Gesprächsanlass und erklärte ihrem Bruder, was sie gemalt hatte und warum.

Doku des Kidnes

Dokumentation gehört viel mehr in Kinderhand. Wir sind, wie bei allen Dingen, Vorbilder, können ihnen aber Materialien (z.B. Kamera, Papier und Stifte) bereitstellen, ein offenes Ohr haben und einen Platz, wo ihr Geschafftes gezeigt werden kann, für sie frei machen.

Doku in Kinderhand 2
Kinder dokumentieren was für sie Relevanz besitzt.

Das Hinsehen, das Miterleben und das Beobachten ist in erster Linie eine Form der Aufmerksamkeit und Achtsamkeit dem einzelnen Kind, einer Gruppe von Kindern und dem Tun gegenüber.  Dokumentation hingegen ist Wertschätzung die in Form gebracht wurde.

Und die Pädagogen fragen sich: Für wen und wie gestalten wir? Wollen wir für uns, ein Kind, alle Kinder, Eltern, Kollegen, die Schule oder andere Einrichtungen das Geschehen festhalten?  Wie darstellen? Wo und in welcher Höhe platzieren? Mit welcher Ansprache? Und wann finden wir Zeit dafür?

Dokumentationsschätze im Kinderladen

Ich hatte richtig Lust mir anzuschauen, wie die Pädagogen im Prenzlauer Berg dieses Thema angehen und umsetzen. Was würden wir entdecken? Welche Anregungen mitnehmen? Welche Erfahrungen teilen?

schätze
Besonderes in einem Bild festhalten

Ich lenkte meine Schritte also am ersten Montagnachmittag des Juli´s zu einer der vier Kinderläden des Trägers Schlummerland, wurde freundlich begrüßt und fühlte mich mit Pippi´s Worten eingeladen mich umzuschauen.

„Es gibt so viele schöne Dinge auf der Welt – es ist wirklich jemand nötig, der sie findet!“ (Pippi Langstrumpf)

Und es gab viel zu entdecken.

Eine Kollegin berichtete, dass in der Eingewöhnung eine neue Familie ihren Stein mitbringt. Er wird mit dem Kindesnamen versehen und ritualisiert jeden Tag aus bzw. in den Korb gelegt. Grundsteinlegung. Übergangsgestaltung.

Außerdem veranschaulichen „Wer ist da?“-Steine die An/Abwesenheit und alle Bildungsbereiche können damit bedient werden. Großartig. Anwesenheit

Aufwachsen in einer Großstadt bedeutet unter anderem Hektik und Schnelllebigkeit. Irgendwie ist alles ständig in Bewegung.  Oder?

Daher fand ich diese Tafel, in Kinderhöhe angebracht, ausgesprochen sinnvoll. Sie bietet Orientierung in Raum und Zeit. Auch für Erwachsene sehr wichtig. Sie dokumentiert das Jetzt. Und für eine gemeinsame Positionierung der Zeit, zum Wahrnehmen des Tages, Monats etc. bietet sich der Morgenkreis an. Was ist heute für ein Tag? Wie ist das Wetter? Was liegt an? Wie war das Wochenende? Natürlich lässt sich Vergangenes und Zukünftiges ablesen und so können Verknüpfungen mit Festen und Jahreszeiten und Handlungen erlebt werden.

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Ausgestelltes Buch, von Kinderhand Geschaffenes zeigen, Projektthema und Materialien platziert … Details, die mir als Betrachter Einblicke ermöglichen.

Sprache ist ein wichtiges Instrument für ein angenehmes Miteinander. Klasse fand ich die Idee einen Ordner an die Wand zu schrauben. Dort wird der „Kindermund“ gesammelt und kann Platz sparend nachgelesen werden. Für die Kinder gut sichtbar angebrachte Bilder ihrer selbst – ein MUSS. Als weitere Anregung fand ich die angeschraubten Plastikplatten großartig. So wird die Wand geschützt und Kunstwerke halten auch mit Klebestreifen.

Die Räume des Kinderladens, die ich gesehen habe, waren mit Leben gefüllt. Ich konnte manchmal nicht entscheiden, ob es mir zu viel Input bot oder einfach das Treiben von 23 verschiedenen Kindern und Pädagogen zeigt. Dann muss es eben auch „wild“ sein. Besonders wenn sich die Kinder einbringen und sagen, wo sie ihre Werke sehen wollen, wird mit der Erwachsenenstruktur gebrochen. Was toll ist, weil es zeigt, dass die Kinder mitbestimmen. Meine Augen nahmen trotzdem viel wahr und die Einblicke müssen verarbeitet werden.

Austausch

Wenn sich eine Gruppe von Pädagogen trifft, darf ein fachlicher Austausch nicht fehlen. Dazu gab es von der reizenden Jessy neben inspirierenden Worten auch Literatur sowie weiterführende Lesestoffempfehlungen.

Ich möchte an dieser Stelle meine Notizen mit euch teilen – inklusive subjektiver Wertung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • statt vieler Bilder lieber einige vergrößerte Bilder aushängen
  • mit (einheitlichen) Rahmen kann eine Struktur und Ästhetik geschaffen werden
  • Prozesse, das Geschehen bzw. Handeln in den Vordergrund stellen, Detailaufnahmen
  • Wie einheitlich sollte Dokumentation sein ?
  • Geschriebenes per Hand oder via PC?
  • Übergänge an Wänden, also Zeiten ohne Dokumentation, schaffen – so auch Raum für Neues ermöglichen und die bewusste Wahrnehmung („Ahh, da ist etwas.“)  untertsützen
  • Dokumentation lädt zum Austausch ein, kann Projekte beleben, die Arbeit zeigen – sie hat also einen Nutzen und unterstützt die pädagogische Seite des Miteinanders und ist kein Klotz am Bein
  • Projektordner anlegen –> nach einiger Zeit, können von dort Inhalte in die SPLT wandern
  • Sprachlerntagebücher (SPLT) – wie nutzen?
  • SPLT-Seiten mit anderen Inhalten überkleben und zum Beispiel eine Leporello-Technik nutzen
  • die Kinder fragen

Literatur zu dem Thema:

Bücher zur Doku

Mit vielen Eindrücken habe ich den Heimweg angetreten. Ich schätze diese Treffen, weil es schön ist Kollegen und Kolleginnen zu treffen, die meine Haltung teilen, ähnliche Probleme haben und doch so viel schaffen. Ich kann Wissen auffrischen und erweitern. Bereichernd ist der Blick hinter andere Türen und praktische Ideen konnte ich auch mit nehmen.

Vielen Dank für die Organisation und die Einladung.

Hoffentlich findet bald wieder ein Treffen statt.

Übrigens würden mich weitere Erfahrungen und Gedanken zum Thema Dokumentation sehr interessieren.

Was bereitet dabei Kopfzerbrechen? Und wie geht ihr damit um?

Anne

Ein SCHNECKENPROJEKT

– oder die Geschichte der Begeisterung

Projekte: Sie machen Beziehung, geben Einblick in die Gefühls- und Lebenswelt der Kinder und machen es möglich eigene Fragen zu stellen, diesen nachzugehen und selbst ein Bild von der Welt zu entwickeln. Ein besonderer Weg, um zu erfahren, wie Kinder lernen und welchen Fragen sie sich zur Entwicklung der eigenen Identität stellen.

Die Spirale: Sie ist das prägende Muster der Schnecke, das offensichtliche. Sie ist ebenso Sinnbild für unendliches Lernen. Ist eine Metapher dafür, wie sich in Lernprozessen Erkenntnisse aneinanderreihen und angeknüpft wird an bereits Erfahrenes.

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Sophie lädt uns ein auf eine Reise in die Welt der Schnecken, der Projekte mit Kindergartenkindern und das Fühlen von Begeisterung:

*** EIN BEITRAG VON SOPHIE ***

Der ImpulsSchnecke

Im Frühling kreuzte ein Schnecke meinen Weg zur Arbeit. Schon das alleine ist eine kleine Sensation, befindet sich der Kindergarten doch inmitten eines Bürokomplexes in der City von Berlin. Hier gibt es wenig Natur, dafür viel Beton, sauber gepflegte Hecken und ein Parkhaus. Einem Impuls folgend hob ich Sie auf, um den Kindern meinen Fund zu zeigen – auch um Sie vor unachtsamen Füßen zu bewahren.

Im Kindergarten angekommen verfrachtete ich sie in ein Glas und wartete gespannt auf die Kinder. Eine große Plastikwanne wurde in die Mitte des Raumes gestellt. Um sie herum setzen sich alle und in der Mitte war die Schnecke. Die Kinder betrachten sie interessiert und erzählten, wo sie schon einmal Schnecken gesehen hatten.

Ist die mit Magnet?

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Zu uns gesellte sich der fünfjährige Leon, der mich mit großen fragenden Augen ansah. Sofort begann er mich zu fragen, ob das echt ist?
„Wo ist seine Batterie? Wo geht der an? Ist das mit Magnet?“
Meine Antwort: „Das ist ein Tier. Die Schnecke ist echt.“ Er glaubte es mir nicht. Irgendwo musste sich doch das Batteriefach befinden. Auf die Hand wollte er sie lieber nicht nehmen, das ist ekelig erklärte er mir. Er beobachtete, dass die anderen Kinder und meine Kollegin sie auf die Hand nahmen und die Schnecke interessiert betrachteten.
Später an diesem Tag wiederholte ich diese Aktion. Wieder saß der Leon dabei. Dieses mal wollte auch er die Schnecke auf die Hand nehmen und stellte mit Forschergeist fest:
„Die ist Echt, das ist kein Spielzeug.“
Ich sah seine Augen glitzern, sah wie er sich verliebte – in die erste Schnecke seines Lebens. Neue Fragen entstanden in ihm: Wo ist die her? Er roch und befühlte sie, untersuchte das Häuschen und den Körper, die Fühler wurden angestubst. Gibt es noch mehr Schnecken in der Welt? Und immer und immer wieder wollte er sie auf die Hand nehmen. Er konnte nicht verstehen, dass wir die Schnecke am nächsten Morgen wieder in die Natur bringen wollten.

 

Zurück in die Natur

Mit den Kindern und der Schnecke besuchten wir am nächsten Vormittag den Park. Zuerst gingen wir auf den Spielplatz. Leon, der sonst gerne kletterte, rutschte und tobte, saß an diesem Tag zwischen meiner Kollegin und mir. Die Schnecke ließ er glücklich über die Hand kriechen und betrachtete sie ganz ruhig mit verträumten Blick. Am Ende des Vormittags setzte er sie mit einiger Überzeugung von mir wieder in die Natur.
„Er will wieder zu seinen Freunden?“  fragte er mich.

Die Suche

Ein paar schneckenlose Tage folgten und für mich war das Projekt Schnecken abgeschlossen. Nicht für ihn.
Er suchte nun, sobald wir auf dem Spielplatz waren oder irgendwo, wo ein bisschen Natur übrig war, nach neuen Schnecken. Eine kleiner Schneckensuchtrup entstand und nach einem Regentag wurden sie fündig. Großer Jubel und Begeisterung brach unter den Kindern aus. Es war klar, auch diese Schnecke kommt mit in den Kindergarten.
Weil ich noch ein altes Aquarium zu Hause hatte, brachte ich dieses mit und wir statteten es mit Erde und Gras aus.

Eine Schnecke- viele Schnecken

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Die Schnecke zog in ihre neue Wohnung. Leon saß davor und betrachtete sie über Stunden.  Überall schienen auf einmal Schnecken zu sein: in Büchern, Formen, Zeichnungen. Er sagte zu mir:
Alles ist mit Schnecke Sophie?
Als wir in einem Buch eine Wendeltreppe fanden, stellte er vergnügt fest:
„Wer das gebaut hat, mag auch Schnecke?“
Immer mehr Kinder begeisterten sich, sammelten Schnecken und schenkten sie mir – uns für den Kindergarten. Es waren inzwischen 17 oder 20 Schnecken in das Terrarium eingezogen. Das größte Glück von dem kleinen Jungen war es, so viele Schnecken wie möglich herum kriechen zu lassen – und das überall.

Das ist Gerry!

Eine mochte er besonders gern: „Gerry“ ( bekannt aus der Serie Spongebob). Er sollte die ganze Welt sehen, auch die Welt von oben auf dem Klettergerüst. Meine Ermahnung vorsichtig zu sein und sie nicht fallen zu lassen, blieben ungehört. Also wurde Gerry mit auf das Klettergerüst genommen. „Gerry will den Kindergarten sehen“, erklärte er mir aus tiefster Überzeugung. Leider fiel Gerry ihm aus der Hand und sein Haus bekam ein kleines Loch. Er weinte und fragte mich, ob sein Gerry jetzt tot sei? Ich wusste, dass Schnecken kleine Schäden am Haus ausbessern können, wenn sie genug Kalzium zur Verfügung haben. Also legten wir dem kranken Gerry Eierschalen in das Terrarium. Es war ein Freitag und Leon schlich immer wieder traurig um das Becken herum. Am Montag nach zwei Tagen Wochenende hatte Gerry es geschafft, das Loch zu reparieren. Seit dem ist der Junge viel vorsichtiger und passt darauf auf, dass keine Schnecke fällt. Er sagte zu mir:

Schnecken sind so schön, Sie sind so süß wie kleine Teddybären.

 

Nach ein paar Wochen

Leon ist inzwischen der Schnecken-Experte im Kindergarten. Er weiß was Schnecken wollen und brauchen: Wasser, Gurken und Ruhe. Jeden Morgen begrüßt er mich mit den Worten:
Ist heute Schneckenprojekt?
Meine Antwort ist jeden Tag: „Ja heute ist Schneckenprojekt!“ Daraufhin umarmt er mich und erklärt mir, dass er mich mag, dass ich sein Freund bin. In dieser Zeit wächst unsere Beziehung und wir stehen viele Konflikte aus.
Ich kaufe ein  Buch über Schnecken, wir beginnen ein Schneckenportfolio anzufertigen, gucken Filme auf Youtube und kneten Schnecken, wir betrachten lehre Schneckenhäuser und erfinden Schneckengeschichten. Immer wieder ist die Fütterung ein Thema und eines Tages fragt er mich, ob Schnecken Schweinefleisch essen? Ich frage ihn, was die Schnecken so essen? Er sagt, Gurke, Melone und zählt die anderen Lieblingsspeisen auf.
Mit einem lächeln im Gesicht sagt er zu Gerry: „Gurke ist kein Schwein. Bist du auch Moslem?“
Weil die Schnecken auch ein Recht auf Freiheit haben, verabreden wir nach fünf gemeinsamen Wochen, dass wir sie in die Natur zurück bringen. Die inzwischen bestimmt 25 gesammelten Schnecken werden in einen Eimer gesetzt und Leon und 11 weitere Kinder bringen die Schnecken zurück in den Park. Sie setzen sie auf die wilden Weinblätter und wünschen ihnen ein schönes Leben.

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Ein neuer Impuls

Auf dem Weg aus dem Park findet dieser Junge, mit geschultem Blick eine Weinbergschnecke. Die ist nicht nur riesig im Vergleich zu den kleinen, sondern auch sehr sehr selten vor allem in der Stadt. Ein antiker Goldschatz hätte keine größere Begeisterung auslösen können. Jubelstürme bei den Kindern. Stolz in den Augen vom Finder. Gänsehaut bei meiner Kollegin und mir. Wir sind glücklich in diesem Moment. Meine Kollegin sagt, dass die Natur sich bestimmt gefreut hat, dass wir ihr ihre Schnecken wieder zurück gegeben haben. Der Junge ruft laut: „Danke Natur!!!“ Also kommt jetzt die Weinbergschnecke mit in den Kindergarten. Die steht unter Naturschutz erklären wir und, dass es davon nur ganz wenige gibt. Wieder befüllen wir das Terrarium und setzen die große Weinbergschnecke hinein. Der kleine Junge sagt, ihr Name sei Großer Gerry. Und wie ein Lauffeuer verbreitet sich unter den Kindern die Geschichte von dem großartigen Fund des Jungen. Sein Vater holt ihn später ab, macht Fotos für die Mutter von ihm und der Schnecke. Auch er ist stolz auf seinen Sohn – das sehe ich.

20160807_144819 (2)Wie geht es weiter?

Der Weg der Schneckenforschung geht nun in eine neue Runde. Seelig sitzt Leon mit dem Großen Gerry auf dem Sofa, streichelt sein Haus und überprüft Gewicht, die Struktur seiner Haut und die wirklich enorme Größe. Ich bin gespannt wie diese Geschichte weiter geht, das Ende ist offen. Ich bin neugierig und gespannt was als nächstes passiert und werde es euch erzählen.
In diesem Sinne
SOPHIE
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Spuren hinterlassen 👣

*** EIN BEITRAG VON SOPHIE ***

Ein Sprichwort besagt: Viele Menschen treten in dein Leben ein, aber nur ein paar besondere Menschen hinterlassen auch Spuren in deinem Herzen.

Wenn die Zeit im Kindergarten vorbei ist und die Kinder zur Schule gehen, merke ich das jedes Jahr. Manchmal kommen die Kinder dann noch einmal mit ihren Eltern vorbei und besuchen mich im Kindergarten, doch die gemeinsame Zeit ist unwiederbringlich vorbei.

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Was bleibt ist die Erinnerung an die gemeinsamen Jahre

Wie das erste Mal der Name geschrieben wurde, die vielen Vormittage im Atelier, Weiterlesen

MiaMida Fest am 07.07.17 – Wo ich gerne Kind gewesen wäre…

… dann hätte ich einfach eintauchen können.

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Eine rote Welt voller Dinge und Angebote wartete neben Leckereien und dem eigentlichen Star „MiaMida“ und ihren Räumen auf verschiedenste Besucher. An einem schönen Sommertag tauchte ich mit meinen zwei Kindern ein, in ein Vergnügen im Sinne der MiaMida und ihrer leidenschaftlichen Pädagoginnen, die der Reggio- Philosophie nachgehen.  Ein Fest zum Staunen, Ausprobieren, Mitbringen und Mitnehmen.  Rotes Haus im Garten des Kindergartens Wirbelwind in Berlin-Treptow – dort befanden wir uns am Nachmittag des 7. Juli 2017.

Für die Augen der Erwachsenen gab es Einiges zu entdecken. Immerhin streifte der Blick über Allerlei Rotes. Mir war nicht bewusst, was alles in dieser Farbe daher kommt. In geballter Form strahlten Arrangements Eleganz aus, was mich faszinierte.
An einer Stelle wurde ich eingeladen über Rot zu sinnieren. Und Mitten im Sommer dachte ich an Weihnachten, aber auch an Rot als Warn- und Lebensfarbe, weil das Blut in unseren Adern nun mal rot ist.

Was verbindest du mit ROT?

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Sand bzw. Erde ist ein uriges Element, was mich anzieht und gepaart mit rötlichen und verschiedensten Gegenständen war das der Ort meiner Wahl.  Ich betone es. Meiner Wahl.

Trotz der herzlichen Einladung fühlten sich die Kinder nicht angesprochen. Sie schauten und probierten, weil ich dort war und machten dann ihr eigenes Ding daraus. Meine Tochter warf Allerlei. Füllte das Bild auf ihre Art.  Mein Sohn erkundete die roten Kleinteile ein wenig abseits. Vergrub.

Ich schaue aus ca. 1, 50 cm hinunter. Eine Art Kreisschnecke ist zu erkennen. Doch meine Kinder schauen aus einer Höhe von ca. 75 cm und dann sieht es logischerweise ganz anders aus.  – Ging es mir durch den Kopf.  Was sieh wohl gedacht haben, was das ist oder soll?

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Wie langweilig es doch manchmal ist eine Erwachsene zu sein…
Bedacht streiften meine Hände über die Schätze der MiaMida. Neugierig war ich, aber doch aufrecht und auf Augenhöhe schaute ich mich um. Ich hatte Glück, entdeckte trotzdem großartiges. Aber wie viel schöner wäre es zu wühlen, mit beiden Händen einzutauchen, den Kopf in den Nacken zu legen oder doch auf dem Boden zu liegen? Was würden ich finden?
Meine Kinder waren da unbefangener, erspähten ganz andere Dinge und interessierten sich erst richtig für die erschaffenen Angebote, als die Erwachsenen schon gedanklich weiter waren, als es dem Ende zuging.

EINTAUCHEN. AUS DEN VOLLEN SCHÖPFEN. GENIEßEN. SPAß HABEN!

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Hier gibt es noch einen Einblick in die MiaMida.  Sie ist ein Ort für Materialien, die eine neue Bestimmung brauchen. Ein Ort für Achtsamkeit, wo Ideen entstehen können und  Nachhaltigkeit durch Veränderung in Projekten erlebt wird.  Sie ist ein Ort, wo man Schätze finden kann.

Die Kinder und ich hatten Kleinigkeiten mitgebracht. Rote Gummibänder, kleine Schlüssel, saugfähige Unterlagen. Mitgenommen haben wir interessanterweise ein gelbes Band, was ein richtiger Schatz wurde. Das Tochterkind hatte sich nun also mit dem rötlichen Kleister ausprobiert und dabei ihr Kleid zum Abwischen genutzt. Ich hatte nur Wechselsachen für ihren Bruder bei. Als 5-Jährige mit Jungssachen fühlte sie sich unwohl. Sie war richtig bekümmert. Doch das gelbe Band, gefunden in den Regalen der „MiaMida“ und ins Haar gebunden, ließ sie wieder strahlen.

Es kann so einfach sein. Wir müssen die Schätze nur erkennen, mit Kinderaugen sehen und uns einlassen.

Würdest du auch gerne in einem Flow aufgehen? Wärst du auch gerne manchmal mehr Kind?

zitat

Vielen Dank an das Team für die Organisation und die Inspiration! 

Ich freue mich schon auf das nächste Fest.

Eure Anne

 

 

Veranstaltung: 3. Erfurter Fachtag

Am 20. Oktober 2017 findet in Erfurt der 3. Erfurter Fachtag statt, mit dem Namen:

„Wenn ich groß bin, fliege ich zum Mond und dann werde Baggerfahrer.“Screenshot (30)

Die Themen der Vorträge werden sein:

„Würde und Gleichwürdigkeit als Leitlinie für die (Kleinkind-) Pädagogik.“ mit Cornelia Schneider, frühLernwerk, Hamburg

„Die Reggio-Pädagogik ist kind- und zukunftsorientiert – Ein Verlgeich der Reggio-Pädagogik mit anderen pädagogischen Ansätzen.“ mit Simone Nonnenbruch, Atelierista Kita St. Margareta, Neukirchen, Vorstand Landesverband West/ NRW

Seid gespannt auf die Workshops zu den Themen: Weiterlesen